Die Geschäftsführung analysiert ein Muster-Teil der Produktion.

Feinguss, Gesenkschmieden, MIM oder Sintern?

Welches Verfahren zu Ihrem Bauteil passt, entscheidet sich nicht an einem einzelnen Kennwert. Geometrie, Werkstoff, Belastung, Stückzahl und gewünschter Lieferzustand müssen zusammenpassen. Der direkte Vergleich hilft bei der ersten Einordnung.

Eine erste Auswahl, keine Ferndiagnose

Die Tabelle zeigt typische Eignungsmerkmale und Grenzen der vier Verfahren. Ein konkretes Bauteil kann zu mehreren Verfahren passen. Manchmal spricht auch eine einzelne Anforderung gegen den zunächst naheliegenden Weg. Für die erste technische Einordnung betrachtet Richter Formteile Zeichnung, Funktion, Werkstoff, Bedarf und gewünschten Lieferzustand gemeinsam. Erst daraus ergibt sich, welches Verfahren weiterverfolgt werden sollte.

ⓘ Gut zu wissen: Sie müssen das Verfahren noch nicht kennen. Zeichnung oder 3D-Daten sowie Angaben zu Funktion, Werkstoffwunsch, Jahresbedarf, Funktionsmaßen und Lieferzustand reichen für den Einstieg.

Feinguss

Mit dem Feingussverfahren (nach dem Wachsausschmelzverfahren) profitieren Sie von einer unbegrenzten Gestaltungsfreiheit. Jetzt direkt anfragen!

MIM

Mit dem MIM Verfahren ist die Herstellung kleinster und komplexer Formteile möglich. Entdecken Sie die Vorteile des Verfahrens bei Richter Formteile. Jetzt direkt anfragen!

Sintern

Mit dem Sinterverfahren lassen sich unkompliziert Formteile herstellen. Entdecken Sie die Vorteile des Verfahrens bei Richter Formteile. Jetzt direkt anfragen!

Gesenkschmieden

Gesenkschmiede-Verfahren: Optimaler Faserverlauf bei erstklassiger Baufestigkeit. Entdecken Sie die Vorteile des Verfahrens bei Richter Formteile. Jetzt direkt anfragen!

Vier Verfahren im direkten Vergleich

Die Tabelle ordnet Feinguss, Gesenkschmieden, MIM und Sintern nach denselben Kriterien ein. Die genannten Richter-Richtwerte verwenden teilweise unterschiedliche Bezugsgrößen und Fertigungszustände. Diese Unterschiede bleiben deshalb ausdrücklich sichtbar.

Zum Vergleichen nach rechts wischen bzw. scrollen →

Vergleichskriterium Feinguss Gesenkschmieden MIM Sintern
Formgebung Wachsmodell keramisch einformen, ausschmelzen und Metall gießen Festes Metall in konturierten Gesenken umformen Metallpulver und Binder spritzgießen, entbindern und sintern Metallpulver im Werkzeug pressen und sintern
Häufig passend, wenn filigrane Konturen, Durchbrüche oder Innengeometrien gegossen werden sollen das Bauteil Kräfte, Stöße oder wiederholte Lastwechsel aufnehmen muss kleine Metallteile viele Details oder Funktionen verbinden Konturen in Pressrichtung formbar sind oder Porosität eine Funktion übernimmt
Geometrie große Formfreiheit; Gießsystem, Formfüllung und Erstarrung mitdenken Materialfluss, Trennebene, Radien und Entformung bestimmen die Grundform komplexe Kleinbauteile; Entformung, Wandstärken und Sinterschrumpfung beachten Pressrichtung und Ausstoß bestimmen die direkt formbaren Merkmale
Bauteilgewicht 0,05 bis 150 kg 0,04 bis 150 kg 0,001 bis 0,150 kg 0,001 bis 15 kg
Werkstoffe und Eigenschaften Stahl, Edelstahl, Aluminium und bestätigte Speziallegierungen Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kupfer- und Messinglegierungen, Titan- und Nickelbasislegierungen Stahl, Edelstahl, Hartmetall, Kupfer sowie bestätigte weitere MIM-Werkstoffe Sintereisen und Sinterstähle, rostfreie Sinterstähle und Sinterbronze
Mechanische Beanspruchung Legierung, Gussqualität, Geometrie und Wärmebehandlung gemeinsam bewerten Faserverlauf und Werkstoffzustand können auf die Beanspruchung abgestimmt werden Werkstoff, Dichte, Geometrie und Behandlung auf den Lastfall abstimmen Restporosität und Dichte in die Funktions- und Belastungsprüfung einbeziehen
Typischer Richter-Richtwert für Toleranzen etwa ±0,7 % vom Nennmaß etwa ±0,3 bis ±1 mm, abhängig von Nennmaß, Bauteilgröße, Geometrie, Werkstoff und Fertigungszustand etwa ±0,5 % vom Nennmaß etwa ±0,4 % vom Nennmaß
Oberfläche und Funktionsflächen Richtwert etwa Ra 6,3 µm; Zustand und Messstelle projektbezogen festlegen Schmiedeoberfläche und spanend bearbeitete Funktionsflächen getrennt festlegen Richtwert etwa Ra 3,2 µm; Zustand und Messstelle projektbezogen festlegen Richtwert etwa Ra 3,2 µm; Zustand und Messstelle projektbezogen festlegen
Werkzeug und Serienbedarf Werkzeug für Wachsmodelle, Formaufbau und Nacharbeit gemeinsam betrachten Gesenke, mögliche Vorformstufen, Materialeinsatz und Folgearbeiten einrechnen Spritzgießwerkzeug und Prozessanlauf müssen zum wiederkehrenden Bedarf passen Presswerkzeug und Anteil direkt formbarer Konturen bestimmen den Aufwand mit
Lieferzustand und Folgearbeiten Trennen, Schleifen oder Bearbeiten je nach Anguss und Funktionsfläche Gratentfernung, Wärmebehandlung, Entzundern und Bearbeitung können dazugehören Funktionsmaße, Oberflächen und Eigenschaften können weitere Bearbeitung oder Behandlung verlangen Kalibrieren, Bearbeiten und Behandeln je nach Maß, Oberfläche, Dichte und Funktion
Wichtigste Abwägung Formfüllung, Erstarrung, Schwindung und möglicher Verzug Unmittelbar schmiedbare Geometrie, Werkzeugaufwand und Folgearbeiten Bauteilgröße, Wandstärken, Entbinderung und Sinterschrumpfung Pressrichtung, Entnahme, Dichte und mögliche Restporosität

ⓘ Hinweis zu den Richtwerten: Die Toleranzangaben verwenden verfahrensbedingt unterschiedliche Bezugsgrößen und gelten nicht unabhängig von Geometrie, Werkstoff und Lieferzustand. Auch die Oberflächenwerte setzen einen vereinbarten Fertigungszustand und eine definierte Messstelle voraus. Ob ein Richtwert für Ihr Bauteil gilt, wird im Projekt geprüft.

Was die Tabelle allein nicht entscheiden kann

Komplexität ist kein Einzelkriterium

Eine anspruchsvolle Kontur kann je nach Größe, Wandstärke, Belastung und Bedarf zu unterschiedlichen Verfahren führen.

Belastbarkeit braucht einen konkreten Lastfall 

Werkstoff, Geometrie, Gefüge oder Dichte, Wärmebehandlung und Prüfung müssen zur tatsächlichen Beanspruchung passen.

Wirtschaftlichkeit endet nicht beim Rohteil

Werkzeug, Material, Fertigung, Folgearbeiten, Prüfung, Logistik und geplanter Abruf gehören in dieselbe Betrachtung.

Richter Formteile prüft diese Zusammenhänge anhand Ihrer Zeichnung und Projektdaten. Sie erhalten eine erste Einordnung, welches Verfahren weiterverfolgt werden sollte, welche Alternative infrage kommt und welche Punkte vor einer Machbarkeits- und Angebotsprüfung noch zu klären sind.

Welche Angaben wir für die Verfahrenswahl brauchen

Je vollständiger die Angaben sind, desto genauer können wir Verfahren, Werkstoff, Folgearbeiten und Prüfumfang einordnen. Wenn noch Punkte fehlen, klären wir sie gemeinsam.

  1. Bauteilgeometrie

    Zeichnung oder 3D-Daten, Außen- und Innenkonturen, Wandstärken, Quermerkmale, Funktionsflächen und Bereiche mit besonders engen Vorgaben.

  2. Funktion und Belastung

    Einsatzbedingungen, Lastarten, Kraftrichtungen, Temperatur, Medienkontakt, Verschleiß, Dichtheit sowie elektrische oder magnetische Aufgaben.

  3. Werkstoff und Lieferzustand

    Gewünschte Legierung oder benötigte Eigenschaften, Wärme- und Oberflächenbehandlungen, Montageumfang und Zustand bei der Lieferung.

  4. Bedarf und Projektstand

    Jahresbedarf, Losgrößen, gewünschter Serienstart, vorhandene Werkzeuge oder bestehender Fertigungsweg sowie der aktuelle Stand von Konstruktion und Freigabe.

  5. Prüfung und Dokumentation

    Funktionsrelevante Maße, erforderliche Werkstoff- oder Bauteilprüfungen, Bemusterung und benötigte Nachweise.

Teambesprechung mit der Geschäftsführung und den aktuellen Bauteilen mit Zeichnungen

Die Bauteilaufgabe gibt den Ausschlag

Richter Formteile betrachtet Geometrie, Werkstoff, Belastung, Bedarf und Lieferzustand gemeinsam. Wenn mehrere Fertigungswege infrage kommen, vergleichen wir die technische Umsetzung und den Gesamtaufwand bis zum fertigen Bauteil.

Auf dieser Grundlage wählen wir einen geeigneten Produktionspartner aus und koordinieren Werkzeugbau, Bemusterung, vereinbarte Folgearbeiten und den Serienanlauf. Wenn das Projekt weitergeht, steuern wir die vereinbarten Produktions- und Prüfschritte und koordinieren den Weg bis zum festgelegten Lieferzustand. Sie erhalten zunächst eine technische Einordnung, die offenen Prüfpunkte und eine Empfehlung für den nächsten sinnvollen Projektschritt.

Welches Verfahren passt zu Ihrem Bauteil?

Senden Sie uns Ihre Zeichnung oder beschreiben Sie zunächst die Bauteilaufgabe. Sie erhalten eine erste technische Einordnung, eine Übersicht der noch offenen Punkte und eine Empfehlung für den nächsten Prüfschritt.

Foto Geschäftsführer Timo Richter

Ihre Fragen zur Verfahrenswahl

Sie möchten eine Geometrie, einen Werkstoff oder den geplanten Lieferzustand besprechen? Ihr Ansprechpartner klärt mit Ihnen, welche Informationen für eine erste technische Einordnung benötigt werden.

Timo Richter
Geschäftsführung
+49 7152 90171-0
t.richter@richterformteile.com

Projekt anfragen

Senden Sie uns Ihre Zeichnung und die vorhandenen Anforderungen an Werkstoff, Jahresbedarf und Lieferzustand. Wir prüfen mit Ihnen die Eignung des Verfahrens und klären, wie Ihr Projekt umgesetzt werden kann.

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